Über Prospero Lorenzo Lambertini, den späteren Papst Benedikt XIV., die Eltern und Verwandten Imeldas PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 17. Oktober 2009 um 16:26 Uhr

Benedikt XIV.

Prospero Lorenzo Lambertini oder auch Prosper Lambertini;
* 31. März 1675 in Bologna; † 3. Mai 1758 in Rom. Er leitete die Weltkirche von 1740 bis 1758.

Pierre Subleyras (1699–1749)
französischer Maler, Zeichner, Graveur und Illustrator

 

Lambertini's Weg zum Papsttum

Verehrer Mariens und Intellektueller


Aus verarmtem Adel stammend, war Lambertini seit 1701 an der Kurie tätig. Ab 1727 Erzbischof von Ancona, wurde er 1728 von Papst Benedikt XIII. zum Kardinal ernannt und 1731 Erzbischof seiner Heimatstadt Bologna. Am 17. August 1740 wurde der bedeutende Kirchenjurist und Historiker nach schwierigem, über ein halbes Jahr dauernden Konklave zum Papst gewählt.
Als Papst modernisierte er die Kurie, das Sakramentsrecht und die Mönchsorden. Er war ein Gegner der Jesuiten. Zum Jesuitenverbot kam es jedoch erst 1773.
Trotz seines freundschaftlichen Verhältnisses zu dem in Fragen der Marienfrömmigkeit sehr nüchterneingestellten Muratori (ein kanonisches Verzeichnis aus dem 7. Jahrhundert)  erwies sich Benedikt XIV. als Förderer der Marienverehrung. In seiner am 27. September 1748 erlassenen „Päpstlichen Bulle“ Gloriosae Dominae erklärt er, die Marienverehrung sei im Willen Gottes begründet, und würdigt die Marianischen Kongregationen als vorzügliches Mittel zur Heiligkeit. In seiner Arbeit De servorum Dei Beatificatione bezeichnet er die Miterlöserschaft Marias als rechtgläubig (II c. 32). Über die liturgische Verehrung Mariens äußerte er sich in De festis Christi et Beatae Mariae Virginis. Trotz der Reduzierung kirchlicher Festtage gestattete er 1751 ein Fest der Mutterschaft Mariens. 1752 gestattete er außerdem die Feier des Festes der Unbefleckten Empfängnis Mariens in der päpstlichen Hauskapelle. Eine geplante Bulle Mulierem pulchram, die die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis aussprach, blieb jedoch unveröffentlicht.
Benedikt XIV. schloss mehrere Konkordate mit europäischen Staaten ab, in denen er kompromissbereit Zugeständnisse machte, ohne von den Prinzipien des Katholizismus abzurücken. Er war in der europäischen Geisteswelt als Intellektueller weithin anerkannt. Als erster Papst gebrauchte er in seinem Lehramt die Form der Enzyklika (lehrhaftes Rundschreiben an die Bischöfe), deren erste Ubi primum er bereits 1740 verfasste.

Als erster Papst erkannte er 1748 den preußischen Königstitel an. Außerdem hob er offiziell den Bann gegen die Lehre des Nikolaus Kopernikus auf. Andererseits verschärfte er 1751 in seiner Bulle Providas romanorum die Strafen gegen Freimaurerei, die bereits von seinem Vorgänger Clemens XII. in der Bulle In eminenti apostolatus specula vorgesehen worden waren. Am 3. Mai 1758 starb er in Rom.

 


Wappen von Benedikt XIV.

 

In seiner an die hohe Geistlichkeit Italiens adressierten Enzyklika Vix pervenit wandte sich Papst Benedikt massiv gegen Zins und Wucher. In § 3, Absatz I dieses Schreibens heißt es: „Die Sünde, die usura heißt und im Darlehensvertrag ihren eigentlichen Sitz und Ursprung hat, beruht darin, dass jemand aus dem Darlehen selbst für sich mehr zurückverlangt, als der andere von ihm empfangen hat [...] Jeder Gewinn, der die geliehene Summe übersteigt, ist deshalb unerlaubt und wucherisch.“

Benedikt XIV. gilt als großer Modernisierer der Stadt Rom. Sowohl die Erneuerung der rückständigen Infrastruktur wurde von ihm angestoßen als auch das künstlerische und intellektuelle Aufblühen der Stadt. So unterstützte er die Gründung ausländischer Kulturakademien, baute Bibliotheken aus, hob das Aufführungsverbot über die römischen Theater auf und reformierte die Universitäten. Auch die Fertigstellung des Trevi-Brunnens, die Renovierung antiker Bauwerke und die Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe gehen auf seine Anweisung zurück.

 

Papst Benedikt XIV. und seine Verwandte Imelda

 

1731 wurde Kardinal Prosper Lambertini Erzbischof seiner Heimatstadt Bologna. Um seine kleine Verwandte zu ehren, ließ er die Kirche der Dominikanerinnen restaurieren und reichlich ausschmücken. Der Leib der kleinen Heiligen wurde in die schönste Kapelle gebracht und bald umgaben zahlreiche Votivtafeln den kunstvoll gearbeiteten Grabaltar. Als der Kardinal auf den päpstlichen Stuhl erhoben wurde, vergaß er des hl. Kindes nicht, auf dessen Fürsprache er so großes Vertrauen setzte. Der Papst ließ das Bild Imeldas auf die Agnus Dei (Größere oder kleinere Wachsscheiben, welche von dem auf ihnen aufgedrückten Bilde des Lammes Gottes ihren Namen erhalten haben und vom Papste geweiht wurden.) abdrücken und die rührende Geschichte ihres Lebens in sein Werk über die Seligsprechung der Heiligen aufnehmen.
Mittlerweile hatte ein bedeutender Gelehrter, Flaminio Scarselli, damit begonnen, Daten über das Leben und die Verehrung der seligen Imelda zu sammeln. Seine Arbeit stellte nicht nur den Papst höchlich zufrieden, sondern war auch der Anlaß, dass der hl. Stuhl angegangen wurde, den eigentlichen Seligsprechungsprozeß Imeldas einzuleiten. Diese Bitten fanden ein lebhaftes Echo im Herzen Benedikt's XIV., doch starb der Papst, noch bevor er seinem kleinen Schutzengel auf Erden eine Seligsprechungsfeier ermöglichen konnte.

 

 

Das fromme Geschlecht der Lambertinis

Eltern und Verwandtschaft

 

Der Vater Egano Lambertini entstammte einem alten Adelsgeschlecht in Bologna. Durch die Lauterkeit seines Charakters, seine Gerechtigkeit und Unbestechlichkeit war sein Ansehen so groß, dass sogar Münzen mit seinem Bilde geprägt wurden, deren Umschrift die Menschenfreundlichkeit des Grafen rühmte.

Text unter dem Bild:
Medaille von Egano Lambertini - gegossen. (Städtisches Museum Bologna)

Die schlechte Bildqualität ist auf das Ursprungsfoto zurückzuführen. Es stammt aus folgender Quelle: http://gloria.tv/media/MtCaGc52kNr (Die Webmasterin distanziert sich von einigen Inhalten der Internetpräsenz "gloria.tv")

In den Archiven der Klöster der Karmeliter, Dominikaner und Franziskaner befinden sich heute noch uralte Chroniken, in welchen wir schöne Züge von der Freigebigkeit des Grafen Lambertini lesen.
Die Mutter Castora Galluzzi entstammte einer alten, adeligen, sehr frommen Familie. Diese ließ im Bistum Bologna mehrere Kirchen bauen, z.B. die des hl. Johannes des Täufers, welche die Galluzzi dem Orden der Cölestiner schenkten. Noch im 17. Jh. prangte das Familienwappen der mütterlichen Ahnen Imeldas auf einem Tore dieser Kirche. Castora beschenkte die Klöster, schmückte die Altäre und pflegte die Armen und Kranken.

Auch die übrigen Verwandten Imeldas waren von ausgezeichneter Frömmigkeit. Von den Brüdern der Gräfin gehörten zwei dem Ordensstande an. Der eine Napoleon Galluzzi, war Augustiner und gründete zwei Klöster; Egidius starb als Dominikaner im Jahre 1340. Gisela Galluzzi stiftete ein Franziskanerinnenkloster in Bologna, dem sie als Oberin vorstand. Ihre Liebe zur hl. Armut war so groß, daß sie eine reiche, ihr gemachte Schenkung des Grafen Lambertini ihren geistlichen Brüdern, den Söhnen des hl. Franziskus, überließ, damit diese ihr Kloster neu ausbauen konnten.
Ein Ehrenplatz in dieser Familie gebührt aber Donna Missima di Ramiero, Schwester des Grafen Lambertini. Nachdem  Donna Massima die Gnade eines Bekehrungserlebnisses geschenkt wurde, überließ die Stadt ihr ein altes, unbewohntes Kloster neben der Pfarrkirche zum hl. Thomas, damit sie es mit ihren 49  Gefährtinnen bewohnen könne. Die Annalen des Servitenordens geben ihr den Titel einer Seligen.
Und die Äbtissin Gisela, welche die Klöster zum hl. Ludwig und Alexis gegründet, unterwies das fromme Kind in der Glaubenslehre und durch ihr beredtes Vorbild. Zu diesen hl. Tanten wurde die kleine Imelda öfter von ihrer Mutter geführt, die ihr Töchterchen mit um so größerer Sorgfalt vor schlechtem Einfluß hütete, da sie es bereits dem lieben Gott geweiht hatte.
Der ehrwürdige Erzbischof von Kreta, der dem Dominikanerorden angehörte,  war ein Onkel der kleinen Heiligen, der ihr die hl. Taufe spendete.
Im Schoße dieser Familie erlangte Imelda eine kostbare Mitgift: Den unerschrockenen Glauben eines edlen Ritters, die zarte Frömmigkeit einer christlichen Mutter, die weise Einsicht hervorragender Ordensleute und das Beispiel heroischer Tugenden.

Graf Julius Cäsar Lambertini hatte den Wunsch ausgesprochen, dereinst seine Ruhestätte neben dem Grabe seiner kleinen Verwandten zu finden. Er befahl in seinem Testamente, daß auf seine Kosten im Kloster der Dominikanerinnen eine Kapelle erbaut werde, unter dem Titel "Mariä Verkündigung." Dieses Heiligtum sollte den Leib Imeldas aufnehmen. Außerdem setzte er eine jährliche Rente fest, damit täglich am Altare, auf welchem die irdischen Überreste Imeldas ruhten, eine hl. Messe gelesen werde. Am Fuße dieses Altares hatte der Edelmann seine Grabstätte aushauen lassen.
Um das Jahr 1625 war ein Lambertini Senator von Antwerpen. Anläßlich einer Romreise kam er auf der Heimfahrt auch nach Bologna, um die selige Imelda zu verehren. Hier wurde er mit der oben erwähnten Biografie Imelda's bekannt, die ihn so entzückte, daß er sie mit nach Belgien nahm und sie dort zur Erbauung der jungen Studenten drucken ließ. Das Büchlein wurde mit wahrer Begeisterung aufgenommen. Der Senator Lambertini war in Antwerpen allgemein beliebt; seine kleine Verwandte wurde es noch mehr.
Graf Johann Lambertini ließ ein Feskogemälde im Kloster der Predigerbrüder zum hl. Nikolaus in Bologna herstellen, welches die selige Imelda darstellt.

 

Es gibt zwei Biografieen über Imelda

Der Familie Lambertini verdanken wir auch den Bericht über die ersten Lebenstage Imeldas. Wahrscheinlich stammt die älteste Biografie der Seligen von Sassoferrato, einem Ordensmann, und wurde auf Bitten der gräflichen Familie erstellt.
Im 18 Jh. hatte ein bedeutender Gelehrter, Flaminio Scarselli damit begonnen, Daten über das Leben und die Verehrung der seligen Imelda zu sammeln. Seine Arbeit begeisterte nicht nur den Lambertini-Papst, sondern war auch der Anlass, dass der hl. Stuhl angegangen wurde, den eigentlichen Seligsprechungsprozess Imeldas einzuleiten.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 29. März 2015 um 16:37 Uhr
 
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